Das Stromnetz lässt sich gut mit dem Strassennetz vergleichen: bei Überlastung droht Stau. Das kennen wir alle von Stosszeiten auf der Autobahn. Doch anders als im Verkehr führt ein Engpass im Stromnetz nicht nur zu Verzögerungen, sondern zur Überlastung von Betriebsmitteln und kann ganze Gebiete vom Netz trennen mit Auswirkungen auf verschieden Spannungsebenen.
In den Ostschweizer Kantonen TG, SG und AI zeigt sich dieser Druck besonders deutlich: Mehr Photovoltaik Potenziale gemäss pvpower.ch als andere Kantone, belasten die lokalen Netze zunehmend. Sofortmassnahmen wie das Einspeisebegrenzungen werden wichtig, kurzfristige Zu‑ oder Abschalten von PVA benötigen Steuerung und Vereinbarungen. Wie auf der Autobahn mit Tempo 80 oder 100, setzten wir auch im Verteilnetz punktuelle Massnahmen mit Leistungsbegrenzungen 70% statt 100% Einspeisung. Diese helfen Netzausbau zu reduzieren und Netzkosten zu senken.
Damit die Versorgungssicherheit langfristig gewährleistet bleibt, braucht es flexible Produzenten, Verhaltensänderung und mehrdimensionale Lösungsansätze damit wir nicht im Stau hängen bleiben oder Netzbetreiber Energieproduktionsanlagen abschalten, weil es keine Speicherkapazitäten oder zur gleicher Stunde Last zur Verfügung stehen.
Nur wenn Netzausbau, erneuerbare Produktion und intelligente Steuerung zusammenspielen, können wir verhindern, dass es im Stromnetz zu Staus kommt. Wir unterstützen verschiedene Netzbetreiber in der Ostschweiz, mit dem Ziel sichere, effiziente und klimaneutrale Energieversorgung bereitzustellen.
Auf diesen Weg wünschen wir frohe Ostertage und allzeit gute Fahrt!
Bereits im 1.Quartal 2026 durften wir gemeinsam mit einigen von Ihnen bereits mehrere spannende Projekte im Bereich Energieversorgung und Netzentwicklung starten. Mehr als 30 Gesuche für notwendige Netzverstärkungen durften wir bei Elcom einreichen. In den meisten Fällen aufgrund der Folgenden Netzanpassungen:
- Erhöhung Trafoleistung
- Erhöhung Kabelquerschnitt
- Erstellung neuer Trafostationen
- Einbau von Spannungsregler
Die Eingaben können aktuell noch rückwirkend für Projekte, welche vor dem 1. Januar 2025 ausgelöst wurden, eingefordert werden.
Seit dem 1. Januar 2025 erfolgte diese Vergütung von Netzverstärkungen pauschal über die Meldung der installierten PV-Anlagen im Kundenportal der Swissgrid.
Wir danken Ihnen für das Vertrauen und freuen uns, gemeinsam tragfähige und wirtschaftliche Lösungen für die Energiezukunft zu entwickeln
EVU-Beratung AG Ihr Partner für Netzentwicklung, Regulierung und sichere Energieversorgung.
Die neuen regulatorischen Möglichkeiten zur Steuerung von PVA- Einspeisungen zeigen bereits konkrete und wirtschaftlich sehr positive Auswirkungen für Verteilnetzbetreiber. Ein aktuelles Praxisbeispiel verdeutlicht das Potential:
PVA Ausbau Szenario
Netzausbau 1
Spannung und Stromverletzung
PVA Ausbau Szenario
70% Einspeisebegrenzung
Netzausbau 2
Keine Strom und Spannungsverletzung
PVA Ausbau Szenario
Ohne Netzausbau
Mehrer Strom und Spannungsverletzung
Durch die Umsetzung einer rückwirkenden Einspeisebegrenzung gemäss 70%-Regel auf Ebene eines Trafokreises konnte ein kostenintensiver Netzausbau vermieden werden. Ohne diese Massnahme wäre eine Erhöhung der Transformatorenleistung notwendig gewesen, welche zu hohe Investitionskosten von rund CHF 80’000.– geführt hätte.
Die alternative Lösung umfasste die Anpassung der Parametrierung der Wechselrichter bei rund 25 PVA- Anlagen im Teilgebiet. Die Kosten dafür beliefen sich auf lediglich rund CHF 150.– pro Anlage, in Summe ca. CHF 3`500.-. Die Umsetzung erfolgte effizient über Fernwartung, sowie punktuell vor Ort. Zukünftig werden Energiemanagementsysteme (EMS) die Begrenzung automatisch übernehmen durch Preissignale vom Netzbetreiber.
Dieses Beispiel zeigt deutlich: Optimierungen oder intelligente netzdienliche Steuerungsmassnahmen ermöglichen eine optimale Nutzung bestehender Netzkapazitäten und reduzieren Netzkosten erheblich. So können weitere PV- Anlagen in einem quartier integriert werden. Wir von der EVU-Beratung AG helfen Netzbetreiber dabei effiziente Lösungen sowie Anwendung NOVA Prinzip umzusetzen.
Seit dem 1. Januar 2026 gelten in der Schweiz neue Regulierungen in der Energiewirtschaft. Besonders relevant sind dabei Themen wie Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), neue Modelle der Abnahmevergütung sowie Regelungen zur Flexibilität.
Für die EVU-Beratung AG eröffnen sich dadurch spannende Perspektiven: Neu besteht die Möglichkeit, an einem LEG oder einem virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (V.ZEV) teilzunehmen. Dank unserer Lage in der Nähe mehrerer grosser Energieproduktionsanlagen und Netzanschluss direkt ab Trafostation erfüllen wir die notwendigen Voraussetzungen.Im Versorgungsgebiet der Technischen Betriebe Goldach können solche Modelle bereits umgesetzt werden. Das bedeutet konkret: Nachbarliegenschaften können ihre erneuerbare Energie untereinander aufteilen und bilanziell „handeln“ ähnlich wie auf einem Markt.Wichtig ist jedoch: Diese Ansätze lösen keine Netzengpässe. Sie können aber die Wirtschaftlichkeit für Energieproduzenten verbessern. Ob auch Endverbraucher profitieren, hängt stark vom individuellen Fall ab.
Grundsätzlich folgt der Strom immer dem physikalischen Prinzip des geringsten Widerstands. Er fliesst dorthin, wo der einfachste Weg ist. Ob sich ein LEG oder V.ZEV-Modell lohnt, muss daher individuell berechnet werden.Gerne unterstützen wir Verteilnetzbetreiber dabei: Als unabhängiger Partner analysiert die EVU-Beratung AG Ihre Situation anhand von Lastgangdaten und begleitet Verteilnetzbetreiber bei der Einführung und Umsetzung dieser neuen Prozesse.
Batteriespeicher werden zu einem wichtigen Baustein der Energiewende in der Schweiz. Sie optimieren den Eigenverbrauch, entlasten das Stromnetz, tragen zur Stabilität im Stromsystem bei, erhöhen die Flexibilität und senken die Systemkosten. Gleichzeitig helfen sie, den wachsenden Anteil von Photovoltaik effizient ins Stromsystem zu integrieren und wirtschaftlicher zu betreiben. Im Batteriemonitoring Bericht vom 2026 Swissolar finden sie Kennzahlen zur Entwicklung in der Behind-the-Meter Batteriespeicher Schweiz. In der Schweiz ist die Anzahl Batterien für private Solaranlagen in den letzten vier Jahren um 400 Prozent gestiegen.
Eine Machbarkeitsstudie macht sichtbar, welches technische und wirtschaftliche Potenzial Grossbatteriespeicher vor Ort bieten.
Für Verteilnetzbetreiber im Kanton St. Gallen entstehen daraus neue Chancen: höhere Eigenversorgung, geringere Rückspeisung und attraktive Investitionsmöglichkeiten. Weitere Informationen finden sie unter Machbarkeit Studie BESS.
Das Bundesamt für Energie (BFE) unterstreicht die zentrale Bedeutung von Speichertechnologien für die Energiezukunft der Schweiz. Sowohl im Strom- als auch im Wärmesektor werden Speicher eine entscheidende Rolle für Versorgungssicherheit und Systemstabilität spielen. Eine aktuelle Studie zeigt den zukünftigen Speicherbedarf sowie die Bedeutung von Grossspeichern und thermischen Speichern im Energiesystem. Diese bilden eine wesentliche Grundlage für die Integration erneuerbarer Energien und die Sicherstellung der Winterversorgung. Die Studie finden Sie unter: Studie im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE).





